Mit zehn Jahren ist “Ra” noch nicht wirklich alt, dennoch gilt das Spiel bereits als moderner Klassiker, markiert es doch unter anderem den ersten großen Titel des erfolgreichen Verlags alea und gilt als eins der besten Spiele des Autos Reiner Knizia.
Typisch für Knizia ist das ägyptische Thema des Strategiespiels jedoch eher aufgesetzt. Anstatt ein eigenes Reich in Ägypten über drei verschiedene Dynastien aufzubauen, sammelt man Plättchen für drei Punktewertungen. Dennoch macht dieses Brettspiel jede Menge Spaß, denn die Schlichtheit der Regeln und die Tiefe der Strategie greifen nahtlos ineinander über.
Wenn man am Zug ist, hat man fast immer nur die Entscheidung zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten. Entweder man deckt ein neues Plättchen auf oder man ruft eine Versteigerung aller aktuellen Plättchen aus. Jeder darf nur ein Gebot abgeben und hat dafür nur bestimmte Werte zum Einsatz, das höchste Gebot gewinnt, fertig. Und trotzdem quält immer die Frage, ob das, was da gerade in der Auslage liegt, auch wirklich so zu dem passt, was man gerne hätte – und ob es sich wirklich lohnt, hoch dafür zu bieten. Das bietet viel Strategie in einem Brettspiel, das angenehm einfach zu lernen ist.